Von Juni bis Oktober 2011 stellte Sven Meyer sein "THE MEMORY PROJECT" aus

Tagtäglich wird der Mensch bewusst und unbewusst mit medialen Bildern regelrecht bombardiert. Sven Meyer fasziniert dabei die unglaubliche Relevanz und Kraft des Gezeigten und gleichzeitige Formulierung eines absoluten Realitäts- und Wahrheits­anspruches. Ganz deutlich sagt Meyer, dass er nichts Neues erfindet und alles bereits vorhanden ist im Zeitalter der ständigen Reproduzierbarkeit – doch seine surrealen Gemäldecollagen laden zur anspruchsvollen und komplexen Ausein­andersetzung mit dem aktuellen politischen und medialen Zeitgeschehen.

 

Sven Meyer verbindet für seine mehrere Bildebenen umfassenden Collagen vorgefundenes Material aus Zeitungen und Magazinen mit eigenen Zeichnungen und Malereien. Durch die Verwendung extremer Vergrößerungen werden die visuellen Informationen ihrem ursprünglichen Rahmen enthoben und in neue Zusammen­hänge, Blickwinkel und Perspektiven gesetzt und führen zu einer Art "Auflösung", die Gedankencollagen entstehen lassen - "The Memory Project".

Exemplare aus der achtteiligen Serie "The Memory Project"

jeweils 24x30cm, 2011, Collage und Acryl auf Karton

Impressionen der Ausstellung bei RAP

News zu Sven Meyer - Kunst, die polarisiert

Sven Meyer schafft polarisierende zeitkritische Kunst, die zu Kontroversen führt. Er analysiert massenmediale Kommunikation, Informationsflut und visuelle Überschwemmung und deren Konsequenzen. Er setzt sich mit der Verwendung von filmischen und medialen Mitteln auseinander, wobei besonders politische und historische Ereignisse eine bedeutende Rolle spielen. 

 

Die Direktion der HypoVereinsbank entschloss sich, die Installation "Die Reise nach Jerusalem", die in der Niederlassung Altstadt im Maffeihof in den Münchner Fünf Höfen präsentiert wurde, nach nur wenigen Stunden wieder abzubauen. Die Installation verschrecke und polarisiere.

Installation: “Die Reise nach Jerusalem”(Collage, Geldscheine und Acrylfarbe auf vier weiß lackierten Stühlen, auf rotemTeppich 400 x 160 cm)von Sven Meyer

 

Werkbeschreibung des Künstlers: Vier weiße Stühle auf einem roten Teppich. Auf den Sitzflächen US Dollar Banknoten. Auf den Rückenlehnen Medienbilder: John F Kennedy auf dem Weg zum Flugzeug, eine schwarze Frau vor einem geschlossenen Geschäft in einem afrikanischen Bürgerkriegsland, chinesische Arbeiterinnen am Fließband produzieren Waren für den Westen. Chinesische Modells bewerben Nokia Produkte, ein schwarzer Amerikaner vor einem geschlossenen Geschäft „out of business“,moderne iranische Frauen in einem PKW. Ein Wachmann vor der Bank Of China, amerikanische Bürger in einer Warteschlange im Krankenhaus, Ben Bernanke, Mahmud Ahmadinedschad. Die Bilder auf der Rückenlehne sind rot übermalt.Die Reise nach Jerusalem ist bekannt als „Gesellschaftsspiel“ dessen Ursprungwahlweise in den Kreuzzügen oder in der zionistischen Migration nach Palestina vermutet wird. Beliebig viele Mitspieler laufen zu einer Musik um eine Stuhlgruppe, die jeweils aus einem Stuhl weniger besteht als es Mitspieler gibt. Immer wenn die Musik endet, müssen sich die Mitspieler setzen. Der jeweilige Mitspieler der keinen Stuhl erreicht scheidet aus. Am Ende des Spiels kann nur ein Spieler gewinnen. Die Installation ist also eine Allegorie auf mediale, spielhafte Boulevardisierung gesellschaftlicher Entwicklungen und Ereignisse. Dabei würden sich dann auch die „Mitspieler“, also jedes Mitglied der Gesellschaft, bildlich gesprochen, „Auf dem Geldsitzen“ und „den Ereignissen den Rücken zuwenden“. Dabei ist der rote Teppich das Sinnbild für Glamour und Entertainment. „Verloren“ hätten dann die „Mitspieler“ die es nicht schaffen, sich „auf das Geld zu setzen“ und den „Weltereignissen den Rücken zu zuwenden“. Und es bleibt die Frage, ist dieses „Spiel“ tatsächlich der Weg ins „gelobte Land“.